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Die Übernahmeschlacht zwischen der Deutsche Wohnen AG (ISIN: DE000A0HN5C6) und der Vonovia SE (ISIN: DE000A1ML7J1) geht in die vorerst letzte Runde.

Nachdem die Aktionäre von Vonovia Ende November deren Vorstand grünes Licht gegeben hatten, folgte am 7. Dezember auch das „OK“ durch das Bundeskartellamt. Bis zum 26. Januar 2016 haben die Aktionäre von Deutsche Wohnen nun vorerst Zeit, das Angebot von Vonovia anzunehmen.


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Deutsche Wohnen rät von Annahme des Vonovia-Angebots ab

Der Vorstand und der Aufsichtsrat von Deutsche Wohnen haben seinen Aktionären in einer 125-seitigen Stellungnahme zum Übernahmeangebot durch die Vonovia von einer Annahme abgeraten.

So ist man der Auffassung, dass das finanzielle Angebot in Höhe von insgesamt 14 Mrd. EUR nicht das mittel- bis langfristigen Wertpotenzial des eigenen Portfolios widerspiegelt. Dies wurde wohl auch von der Deutschen Bank, Goldman Sachs, UBS, Citigroup und Perella Weinberg bestätigt, die alle zu dem Schluss gekommen sind, dass das bestehende Angebot aus finanzieller Sicht für die Aktionäre von Deutsche Wohnen nicht angemessen ist.

Das Portfolio von Deutsche Wohnen umfasst inklusive des Ende November vereinbarten Kaufvertrags mit der Patrizia Immobilien AG über den Erwerb von 13.600 Wohnungen insgesamt 162.700 Wohneinheiten.

Darüber hinaus geht der Vorstand von Deutsche Wohnen davon aus, dass lediglich knapp 25% der von Vonovia in den Raum gestellten Synergieeffekte tatsächlich realisierbar seien. Zudem seien auch Dis-Synergien zu erwarten. Die vollständige Stellungnahme ist hier nachzulesen: Stellungnahme zum Übernahmeangebot.


Aktionäre von Deutsche Wohnen sind die letzte Entscheidungsinstanz

Die Angebotsfrist seitens Vonovia läuft seit dem 1. Dezember und endet am 26. Januar, sofern sie nicht weiter verlängert wird. Mit der Zustimmung durch die Aktionäre der Vonovia und durch die Genehmigung der zuständigen Kartellbehörden steht dem möglichen Zusammenschluss nun eigentlich nichts mehr im Wege.

Einzig die Aktionäre von Deutsche Wohnen entscheiden nun darüber, ob es zu einer Übernahme kommt oder nicht. Dazu müssten der Vonovia 50% plus 1 Aktie angedient werden. Den Deutsche Wohnen-Aktionären wurden im Rahmen des Übernahmeangebots eine Barauszahlung von 89,14 EUR sowie 7 neue Vonovia-Aktien für je 11 Deutsche Wohnen-Aktien angeboten. Dies entspricht einem Angebotspreis von 25,86 EUR je Aktie.


Auf dem Immobilienmarkt heißt es „Gefressen und gefressen werden“

Auf dem deutschen Immobilienmarkt häufen sich größere Akquisitionen, auch die von Konkurrenten. Die angedachte Übernahme von Deutsche Wohnen wäre bei Vollzug zwar die mit Abstand größte Transaktion, aber schon zuvor war erkennbar, dass Übernahmen mehr denn je zur bevorzugten Strategie in der Branche zählen. So entstand im März dieses Jahres nach der Übernahme der GAGFAH durch die Deutsche Annington für 4,3 Mrd. EUR mit der Vonovia das größte deutsche Immobilien-Unternehmen. Im Weiteren akquirierte der DAX-Konzern im Sommer dann zusätzlich noch die SÜDEWO für 1,9 Mrd. EUR.

Und auch die Deutsche Wohnen hatte sich strategisch festgelegt und wollte sich durch weitere Zukäufe vergrößern. Nachdem die Übernahme der österreichischen conwert Immobilien Invest SE im Frühjahr scheiterte, kaufte man wenig später ein Portfolio von 6.500 Wohnungen in Berlin. Eine weitere Übernahme hatte man ebenfalls schon im Köcher. So wollte man das MDAX-Unternehmen LEG Immobilien AG (ISIN: DE000LEG1110) übernehmen.  

Doch inmitten dieser Übernahmepläne legte Vonovia ihrerseits das Übernahmeangebot für die Deutsche Wohnen auf den Tisch. Die Taktik ging auf, denn nur zwei Wochen später ließ die Deutsche Wohnen das Vorhaben, LEG Immobilien zu übernehmen, aufgrund von schlechten Erfolgsaussichten sausen.

Nachdem man also bisher immer selbst Übernahmeziele im Visier hatte, ist die Deutsche Wohnen nun selbst zu einem geworden. Doch kampflos will man das nicht über sich ergehen lassen. Um der nicht gewollten Übernahme durch Vonovia etwas entgegenzustellen, hat die Deutsche Wohnen Ende November noch einmal einen strategischen Kauf getätigt und ein großes Immobilienportfolio der Patrizia Immobilien AG erworben. Die Nachricht über den Kauf des Portfolios wurde dabei unmittelbar vor der Aktionärsversammlung der Vonovia, die  über die Deutsche Wohnen-Übernahme entscheiden sollte, veröffentlicht.

Allerdings hielt der Vorstand von Vonovia und auch die Aktionäre des DAX-Konzerns an dem Ziel, die Deutsche Wohnen für 14 Mrd. EUR übernehmen zu wollen, fest. Zudem hatte Vonovia am 10. Dezember mitgeteilt, dass man die weltweit größte Euro-Anleihe-Emission im Volumen von 3 Mrd. EUR platziert hat. Unter anderem soll damit ein Teil der Barkomponente für die avisierte Deutsche Wohnen-Übernahme finanziert werden. Sollte die Transaktion vollzogen werden, so würde das Portfolio von Vonovia auf über 500.000 Wohneinheiten anwachsen.


Deutsche Wohnen-Aktie legt seit Dezember 2014 über 35 Prozent zu

Die Aktie von Deutsche Wohnen notierte vor einem Jahr noch bei 18,21 EUR. Seither legte das Papier +35,75% zu und steht aktuell bei 24,72 EUR, d.h. noch 1,14 EUR unter dem Angebotspreis von Vonovia, der bei umgerechnet 25,86 EUR liegt.

Und auch in den letzten fünf Monaten zeigte sich die Aktie der Berliner in einem Aufwärtstrend. So ging sie am 30. Juni mit 20,55 EUR aus dem Handel und stieg bis Ende November in der Spitze auf 26,08 EUR., d.h. legte somit +26,91% zu.

Seit Veröffentlichung der Offerte seitens Vonovia stieg sie in der Spitze immerhin auch noch um über 7%. Aktuell bewegt sie sich jedoch wieder in etwa auf dem Kursniveau von Mitte Oktober, als die Übernahmeschlacht seinen Anfang nahm.

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Noch immer stehen deutsche Nebenwerte weitestgehend im Schatten der sogenannten 30 Blue Chips aus dem DAX, dem deutschen Leitindex. Doch so mancher Wert aus dem DAX kam ja einst aus der zweiten und dritten Reihe und war somit selbst einmal ein Mid-cap oder Small-Cap. SDAX, TECDAX und MDAX sind daher sozusagen die Wiege des DAX.

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