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Die Hannover Rück SE (ISIN: DE0008402215) hat den Konzernüberschuss zum 30. September 2018 deutlich um 32,1 % auf 725,3 Mio. EUR (548,9 Mio. EUR) gesteigert und bestätigt das Gewinnziel von mehr als 1 Mrd. EUR für 2018.

"In der Schaden-Rückversicherung prägten im dritten Quartal Großschäden aus Taifunen in Japan und Wirbelstürmen in den USA das Bild", sagte Ulrich Wallin, Vorstandsvorsitzender der Hannover Rück. "Die für die Hannover Rück daraus resultierenden Belastungen bewegten sich jedoch im Rahmen unserer Erwartungen, weshalb wir auch dank guter Ergebnisse aus unseren Kapitalanlagen auf einem guten Weg sind, unser Gewinnziel für 2018 zu erreichen."

Konzernüberschuss und Prämieneinahmen steigen deutlich

Die gebuchte Konzernbruttoprämie erhöhte sich auf Sicht von neun Monaten um 11,2 % auf 15,0 Mrd. EUR (13,5 Mrd. EUR). Grund war vor allem der deutliche Ausbau des Geschäfts in der strukturierten Schaden-Rückversicherung. Bei konstanten Währungskursen hätte die Steigerung 16,5 % betragen, was deutlich über dem Wachstumsziel von mehr als 10 % liegt. Der Selbstbehalt erhöhte sich auf 90,8 % (90,1 %). Die verdiente Nettoprämie stieg um 10,7 % auf 12,8 Mrd. EUR (11,5 Mrd. EUR) oder währungsbereinigt um 15,9 %.

Das operative Ergebnis (EBIT) verbesserte sich um 43,5 % auf 1.157,1 Mio. EUR (806,4 Mio. EUR). Der Konzernüberschuss stieg deutlich um 32,1 % auf 725,3 Mio. EUR (548,9 Mio. EUR). Das Ergebnis je Aktie betrug 6,01 EUR (4,55 EUR).

Schaden-Rückversicherung

Die Vertragserneuerungsrunden in der Schaden-Rückversicherung zum 1. Juni und 1. Juli 2018 waren von unverändert intensivem Wettbewerb geprägt. Traditionell stehen dabei Teile des Nordamerikageschäfts, der Naturkatastrophenrisiken sowie Geschäft aus Australien und Neuseeland zur Erneuerung an. Bei im Vorjahr schadenbetroffenen Programmen ließen sich zum Teil signifikante Ratenerhöhungen durchsetzen. Trotz einer Ausweitung des Prämienvolumens hat die Hannover Rück ihre gewinnorientierte Zeichnungspolitik fortgesetzt, sodass sich die Exponierung im Naturkatastrophengeschäft im Rahmen des zum Vorjahr unveränderten Risikoappetits bewegte.

Die gebuchte Bruttoprämie in der Schaden-Rückversicherung stieg dank der erwähnten Ratenerhöhungen und des deutlichen Wachstums in der strukturierten Rückversicherung um 17,8 % auf 9,7 Mrd. EUR (8,2 Mrd. EUR). Bei konstanten Währungskursen hätte das Wachstum 24,0 % betragen. Die verdiente Nettoprämie stieg um 18,7 % auf 8,0 Mrd. EUR (6,8 Mrd. EUR); auf währungskursbereinigter Basis hätte das Wachstum sogar 24,9 % betragen.

Nachdem das erste Halbjahr noch durch einen sehr moderaten Großschadenverlauf bestimmt war, prägten Taifune in Japan und Wirbelstürme in den USA das Bild im dritten Quartal. Dem für Großschäden reservierten Quartalsbudget von 279 Mio. EUR stand eine Netto-Großschadenbelastung von 271 Mio. EUR gegenüber. Zu den größten Schäden des dritten Quartals zählten Taifun Jebi in Japan mit einer erwarteten Nettoschadenbelastung von 103 Mio. EUR und Taifun Prapiroon mit 54 Mio. EUR. Hurrikan Florence belastete das Ergebnis mit 40 Mio. EUR. Von Menschen verursachte Großschäden betrugen knapp 30 Mio. EUR. Seit Jahresbeginn liegt die Netto-Großschadenbelastung bei 364,6 Mio. EUR (894,3 Mio. EUR) und damit noch deutlich unter dem anteilig kalkulierten Budget von 630 Mio. EUR.

Die kombinierte Schaden-Kostenquote verbesserte sich auf 96,8 % (104,4 %), blieb jedoch leicht über dem Zielwert von 96 % oder besser für das Gesamtjahr. Grund hierfür war neben dem starken Wachstum im Bereich der mit geringeren Margen operierenden strukturierten Rückversicherung auch eine zunehmende Frequenz kleinerer und mittlerer Schäden. Im isolierten dritten Quartal betrug die kombinierte Schaden-Kostenquote 98,7 % (118,3 %).

Das operative Ergebnis (EBIT) der Schaden-Rückversicherung stieg um 66,8 % auf 1.003,6 Mio. EUR (601,7 Mio. EUR), womit die EBIT-Marge mit 12,5 % (8,9 %) über dem Zielwert von mindestens 10 % lag. Das Konzernergebnis für die Schaden-Rückversicherung verbesserte sich um 49,8 % auf 672,4 Mio. EUR (448,7 Mio. EUR).

Personen-Rückversicherung

"In der Personen-Rückversicherung belasten die Maßnahmen zur Verbesserung des US-Mortalitätsgeschäftes das Ergebnis", sagte Wallin. "Diese Belastungen entfallen für die entsprechenden Verträge in den Folgejahren weitgehend, sodass wir eine substanzielle Ergebnissteigerung erwarten."

Im US-Mortalitätsgeschäft haben Kunden von ihrem Recht auf Vertragsrückzüge Gebrauch gemacht. Daraus resultierten im dritten Quartal Vorsteuer-Belastungen in Höhe von 218 Mio. EUR beziehungsweise 260 Mio. USD. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Betrag im Laufe des vierten Quartals noch erhöhen wird. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist mit einer Belastung von 350 Mio. USD bis 400 Mio. USD für das Gesamtjahr zu rechnen. Dem wirkte in den zurückliegenden drei Quartalen eine verbesserte Schadenentwicklung des US-Mortalitätsgeschäfts positiv entgegen.

Die gebuchte Bruttoprämie blieb mit 5,3 Mrd. EUR konstant; währungskursbereinigt wäre sie um 4,8 % gestiegen. Die verdiente Nettoprämie blieb mit 4,8 Mrd. EUR auf Vorjahresniveau und wäre bei konstanten Währungskursen um 3,2 % gewachsen.

Das operative Ergebnis (EBIT) in der Personen-Rückversicherung reduzierte sich um 24,6 % auf 155,2 Mio. EUR (205,9 Mio. EUR). Das Konzernergebnis erreichte 93,0 Mio. EUR (135,7 Mio. EUR).

Kapitalanlagerendite mit 3,3 % oberhalb der Erwartungen

Der Bestand an selbstverwalteten Kapitalanlagen erhöhte sich auf 41,5 Mrd. EUR (31. Dezember 2017: 40,1 Mrd. EUR). Dabei stiegen die ordentlichen Kapitalanlageerträge um 5,2 % auf 991,4 Mio. EUR (942,6 Mio. EUR). Hier spiegeln sich insbesondere höhere ordentliche Erträge aus festverzinslichen Wertpapieren sowie höhere Erträge aus privatem Beteiligungskapital und Immobilien wider. Aufgrund des großen positiven Effekts aus dem Aktienverkauf im Vorjahr ging das Nettokapitalanlageergebnis erwartungsgemäß auf 1.155,4 Mio. EUR (1.382,5 Mio. EUR) zurück. Davon entfielen auf selbstverwaltete Kapitalanlagen 992,1 Mio. EUR (1.202,4 Mio. EUR). Daraus ergibt sich eine sehr erfreuliche annualisierte Durchschnittsrendite (exklusive Effekte aus ModCo-Derivaten) von 3,3 %, deutlich über der für das Gesamtjahr gesetzten Zielmarke von mindestens 2,7 %.

Das Eigenkapital zum 30. September 2018 reduzierte sich leicht auf 8,4 Mrd. EUR (31. Dezember 2017: 8,5 Mrd. EUR). Der Buchwert je Aktie lag damit bei 69,27 EUR (31. Dezember 2017: 70,72 EUR). Die annualisierte Eigenkapitalrendite lag zum 30. September 2018 bei 11,5 % (31. Dezember 2017: 10,9 %).

Gewinnziel 2018 von mehr als 1 Mrd. EUR bestätigt

"Die Hannover Rück bestätigt ihre Ziele für das laufende Geschäftsjahr", sagte Wallin. "Die guten Ergebnisse des ersten Halbjahres und ein erfolgreiches drittes Quartal mit Großschäden im Rahmen unserer Erwartungen sollten die erwähnten Belastungen aus unserem US-Mortalitätsgeschäft verkraftbar machen."

Die Bruttoprämie sollte auf Basis konstanter Währungskurse wie erwartet um deutlich mehr als 10 % wachsen, wobei ein wesentlicher Teil davon von der Schaden-Rückversicherung und insbesondere von der strukturierten Rückversicherung kommen dürfte.

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Bleibt die Großschadenbelastung im Rahmen, sollte eine kombinierte Schaden-Kostenquote von 96 % oder besser wie erwartet erreichbar sein. Das EBIT-Margenziel der Schaden-Rückversicherung von mindestens 10 % dürfte angesichts des bisherigen Geschäftsverlaufs übertroffen werden.

Aus heutiger Sicht und auch unter Berücksichtigung der möglichen Belastungen im US-Mortalitätsgeschäft sollte die Dividende mindestens das Vorjahresniveau erreichen.

Erwartung 2019 Ergebnis 1,1 Mrd. EUR

"Im kommenden Jahr sollte sich das Ergebnis aus dem US-Mortalitätsgeschäft substanziell verbessern", sagte Wallin. "Gleichfalls rechnen wir mit einem stabilen Ergebnisbeitrag der Schaden-Rückversicherung und erwarten daher einen Konzernüberschuss in der Größenordnung von 1,1 Mrd. EUR."

Für das Geschäftsjahr 2019 rechnet die Hannover Rück - auf Basis konstanter Währungskurse - mit einem Bruttoprämienwachstum im einstelligen Prozentbereich und einer Kapitalanlagerendite von 2,8 %.

Zudem erhöht die Hannover Rück für 2019 erstmals seit drei Jahren das Netto-Großschadenbudget von 825 Mio. EUR auf 875 Mio. EUR, um dem Wachstum des zugrundeliegenden Geschäfts Rechnung zu tragen. Der Risikoappetit bleibt unverändert. Wie üblich basieren alle Aussagen zu zukünftigen Zielen auf der Voraussetzung, dass die Großschadenbelastung im Rahmen des Erwartungswerts bleibt und dass es zu keinen unvorhergesehenen negativen Entwicklungen an den Kapitalmärkten kommt.

Als Ausschüttungsquote für die Basis-Dividende sieht die Hannover Rück weiter 35 % bis 45 % ihres IFRS-Konzernergebnisses vor. Die Basis-Dividende wird bei einer gleichbleibend komfortablen Kapitalisierung aus Kapitalmanagementgesichtspunkten durch Zahlung einer Sonderdividende ergänzt.

Die Hannover Rück ist mit einem Bruttoprämienvolumen von 17,8 Mrd. EUR der viertgrößte Rückversicherer der Welt. Sie betreibt alle Sparten der Schaden- und Personen-Rückversicherung und ist mit rund 3.300 Mitarbeitern auf allen Kontinenten vertreten. Gegründet 1966, umfasst der Hannover Rück-Konzern heute mehr als 140 Tochtergesellschaften, Niederlassungen und Repräsentanzen weltweit. Das Deutschland-Geschäft wird von der Tochtergesellschaft E+S Rück betrieben. Die für die Versicherungswirtschaft wichtigen Ratingagenturen haben sowohl Hannover Rück als auch E+S Rück sehr gute Finanzkraft-Bewertungen zuerkannt: Standard & Poor's AA- "Very Strong" und A.M. Best A+ "Superior".

Aktuell (08.11.2018 / 08:04 Uhr) notieren die Aktien der Hannover Rück SE im Frankfurter-Handel mit einem Minus von -0,90 EUR (-0,74 %) bei 121,20 EUR.


Chart: Hannover Rück SE | Powered by GOYAX.de

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