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Die Aktie der Salzgitter AG (ISIN: DE0006202005) ist binnen einer Woche um über 21% angestiegen und schloss gestern Abend bei einem Kurs von 28,56 EUR.

Auch auf das laufende Jahr gesehen, zählt das Papier des Stahlherstellers aus Niedersachsen mit einem Plus von +22,97% zu den Top-Performern im MDAX. Und das, obwohl die europäische Stahlindustrie aktuell weiterhin unter den Billigimporten aus China leidet. Doch die Branche hofft auf baldige Maßnahmen aus Brüssel. 


Stahlindustrie in Europa wartet auf politische Interventionen

Die Krise der stahlproduzierenden Konzerne in Europa ist vor allem auf den Billigstahl aus China zurückzuführen. Die Importe haben in den vergangenen fünf Jahren drastisch zugenommen und die Preise für Stahlprodukte um ein Drittel gedrückt.

Seitens der EU reagierte man inzwischen mit Zöllen in Höhe von 18% auf kaltgewalzten Flachstahl. Doch die Branche erwartet hier weitere Maßnahmen seitens der Politik, um die Stahlbranche in Europa zu schützen. Salzgitter weist im Geschäftsbericht 2015 explizit darauf hin, dass die EU weltweit die einzige Region mit nennenswertem Stahlverbrauch ist, die keinen wirksamen Außenschutz gegen Importe besitzt. Ein Zustand, den die Branche natürlich ändern will.

Eine weitere im Raum stehende Belastung für die europäische Stahlindustrie sind die von der EU angedachten verschärften Klimaauflagen. Salzgitter sieht ab 2017 finanzielle Belastungsrisiken von bis zu 139 Mio. EUR jährlich aufgrund des Evaluierungsvorbehaltes im novellierten EEG in Hinsicht auf Eigenstrom und weitere mögliche Mehrkosten von 155 Mio. EUR jährlich aufgrund der Notwendigkeit des Zukaufs von CO2 –Zertifikaten ab 2021 im Zuge der vierten ETS-Handelsperiode sowie einer möglichen Verteuerung des Fremdstrombezugs. Das Unternehmen beurteilt die Eintrittswahrscheinlichkeit grundsätzlich als wahrscheinlich, verweist jedoch darauf, dass die Schadenshöhe entscheidend von den Entwicklungen der politischen Rahmenbedingungen abhängen wird.
 
Der Druck auf die Politik nimmt in diesen Tagen spürbar zu. Die Massenproteste von zigtausenden Stahlarbeitern zeigen erste Wirkung. So hat der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel sich jüngst für einen „Klima-Tüv“ ausgesprochen. Nur Stahlproduzenten, welche die Standards der EU erfüllen, sollen demnach Stahl nach Europa einführen dürfen. Ferner forderte er von der EU, die europäische Stahlindustrie vor Billigimporten gegenüber China zu schützen. Im Zusammenhang mit dem Thema CO2-Emissionen sprach sich Gabriel gegen weitere Auflagen aus, welche die europäische Stahlindustrie weiter belasten.


Salzgitter erzielt erstmals seit 2011 wieder positives Vorsteuerergebnis

Salzgitter hat die Auswirkungen des Preis-Dumpings durch die Billigimporte aus China am eigenen Leib zu spüren bekommen. Das Unternehmen musste in den vergangenen Jahren immer wieder Umsatzeinbußen und hohe Verluste hinnehmen.

In 2015 schaffte es der Konzern erstmals seit 2011, wieder ein positives Vorsteuerergebnis (EBT) von 13 Mio. EUR zu erzielen. In 2014 betrug das EBT -15 Mio. EUR, in 2013 gar -478 Mio. EUR.

Harte Sparmaßnahmen im Zuge der Restrukturierung trugen im Wesentlichen dazu bei, dass das Unternehmen wieder ein positives EBT erzielen konnte. Das Konzernergebnis blieb hingegen deutlich in der Verlustzone. Mit -45 Mio. EUR fiel es wegen steuerlicher Aspekte um -40,63% schlechter aus als im Vorjahr (-32 Mio. EUR).

Dennoch will der Konzern der Hauptversammlung am 1. Juni eine erhöhte Dividende von 0,25 EUR je Aktie vorschlagen. Im letzten Jahr lag sie noch bei 0,20 EUR.


Aktie mit dynamischem Anstieg 

Am 7. April schloss die Aktie von Salzgitter bei einem Kurs von 23,52 EUR. In den fünf Handelstagen danach stieg sie bis gestern Abend auf 28,56 EUR und legte damit um 21,43% zu. Aktuell notiert sie bei 28,51 EUR.

Vor allem die Signale seitens der Politik, allen voran von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, haben Hoffnungen auf eine entscheidende Eindämmung der Stahlimporte aus China sowie auf angepasste Rahmenbedingungen bei den avisierten Klima-Auflagen seitens der EU geschürt.

Weiteren Auftrieb bekam das Papier durch positive Einschätzungen von Analysten. So veränderte beispielsweise Goldman Sachs sein Rating von „Sell“ auf „Buy“ mit einer Anhebung des Kursziels von 22 EUR auf 29 EUR.

Weiterhin sorgte die Schlagzeile, dass der DAX-Konzern Thyssen-Krupp über einen Zusammenschluss des Stahlgeschäfts mit dem von Tata Steel nachdenkt, für Bewegung in der Aktie. Gerüchte, dass auch Salzgitter sich daran beteiligen könnte, wurden ebenfalls in verschiedenen Medien kolportiert. 

 


selbstaktualisierender Chart: Salzgitter AG | Powered by GOYAX.de

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